28.10-01.11.2020
Ein magisches Wochenende in Heidelberg vor dem Lockdown
Das letzte Wochenende vor dem 2. Teillockdown wollten wir noch einmal richtig ausnutzen – und was wäre dafür besser geeignet als ein Ausflug in die wunderschöne Stadt Heidelberg? Unser Ziel: eine kleine Auszeit, mit einem Hauch von Natur und einem Schuss Romantik.
Am späten Abend erreichten wir unseren Übernachtungsplatz auf dem Königsstuhl, dem höchsten Punkt der Stadt. Der Parkplatz am Märchenpark war nahezu leer, und so konnten wir unser Wohnmobil in aller Ruhe einigermaßen eben einparken. Trotz der langen Fahrt spürten wir den Drang, uns die Beine zu vertreten – und wir wurden dafür reich belohnt!
Nur wenige Schritte von unserem Parkplatz entfernt, entdeckten wir die Aussichtsplattform nahe der historischen Bergbahn. Was uns dort erwartete, war schlicht atemberaubend: ein fantastischer Panoramablick auf das abendliche Heidelberg und das malerische Neckartal, das im sanften Licht der Stadt schimmerte. Dieser Moment hatte etwas Magisches, fast wie ein Geschenk, bevor sich das Leben wieder für unbestimmte Zeit veränderte.
Es sind diese kleinen, unvergesslichen Augenblicke, die das Reisen so besonders machen – sei es die frische Abendluft, die uns entgegenwehte, oder das Gefühl, einfach innezuhalten und die Welt für einen Moment von oben zu betrachten.
Wenn ihr jemals nach Heidelberg reist, vergesst nicht, den Königsstuhl zu besuchen – am besten am Abend, wenn die Stadt unter euch erstrahlt. Dieser Ort wird euch verzaubern, das verspreche ich!
29.10.2020
Ein Morgen in Heidelberg – Mit der Bergbahn zum Schloss
Nach einer ruhigen Nacht auf dem Königsstuhl starteten wir unseren Tag mit einem besonderen Erlebnis: Als erste Fahrgäste am Morgen nahmen wir die historische Bergbahn talwärts, unser Ziel – das berühmte Schloss Heidelberg.
Coronabedingt war der Zutritt ins Innere des Schlosses leider nicht möglich, doch allein der Anblick der prächtigen Schaufassade ließ uns erahnen, welche Pracht sich einst hinter diesen Mauern verborgen haben muss. Der aufwendige Figurenschmuck, die Verzierungen und die majestätische Bauweise – all das zeugt von der beeindruckenden Geschichte dieses Ortes.
Direkt angrenzend entdeckten wir den Schlossgarten, der uns mit seinen zahlreichen Skulpturen und kunstvoll angelegten Wegen in eine andere Zeit versetzte. Besonders die verschiedenen Terrassen des Gartens zogen uns in ihren Bann. Von hier aus hatten wir immer wieder neue Perspektiven auf das Schloss und das umliegende Neckartal, das in der Morgensonne einfach zauberhaft aussah.
Dieser Ausflug war der perfekte Start in den Tag und ein absolutes Highlight unserer kleinen Heidelberg-Reise. Wer die Verbindung von Geschichte, Kunst und Natur liebt, sollte sich diese einzigartige Kombination aus Schloss, Garten und Ausblick nicht entgehen lassen!
Von der Bergbahn zur Geschichte – Entdeckungen in Heidelbergs Altstadt
Mit einer der modernsten Bergbahnen Deutschlands fuhren wir vom Königsstuhl hinab und landeten mitten im Herzen der Stadt, am Kornmarkt. Von hier aus tauchten wir in die charmante Altstadt ein und schlenderten entspannt durch die Fußgängerzone – vorbei an kleinen Cafés, Boutiquen und historischen Gebäuden.
Unser Ziel war die Rückseite der alten Universität, wo wir den faszinierenden Studentenkarzer entdeckten. Zwischen 1778 und 1914 wurden hier Studenten für ihre Kavaliersdelikte oder andere Verstöße gegen die öffentliche Ordnung inhaftiert. Doch die Arrestzeit wurde von den jungen Männern auf sehr kreative Weise genutzt: Sie verewigten sich mit ihren Konterfeis und Sprüchen an den Wänden des Karzers.
Die Zeichnungen und Inschriften, die bis heute erhalten sind, erzählen eine ganz eigene Geschichte – von jugendlichem Übermut, Humor und der akademischen Kultur vergangener Zeiten. Es war ein spannender Einblick in eine Seite der Studententradition, die Heidelberg über die Jahrhunderte geprägt hat.
Der Besuch im Karzer brachte uns nicht nur zum Schmunzeln, sondern ließ uns auch die besondere Verbindung von Geschichte, Bildung und jugendlichem Esprit spüren, die diese Stadt so einzigartig macht. Ein echtes Highlight in der Altstadt, das man sich nicht entgehen lassen sollte!
Magische Momente an der Alten Brücke und ein Abschied von Heidelberg
Nach einem kleinen Imbiss waren wir gestärkt und bereit, unsere Besichtigungsrunde fortzusetzen. Dieses Mal führte uns unser Weg entlang des Neckars, bis wir schließlich vor der beeindruckenden Alten Brücke standen – einem der bekanntesten Wahrzeichen Heidelbergs.
Das Brückentor, das unter Denkmalschutz steht, erstrahlt nach einer umfangreichen Renovierung in neuem Glanz und empfängt die Besucher mit seiner imposanten Präsenz. Doch unser Highlight war der berühmte Brückenaffe, der direkt neben dem Tor sitzt. Der Mythos um diese Figur hat uns neugierig gemacht:
Natürlich haben wir uns diesen Spaß nicht nehmen lassen und den Affen ausgiebig „begrüßt“.
Mit einem Stehkaffee in der Hand ließen wir den Blick noch einmal über die Stadt schweifen: Das majestätische Schloss, das über allem thront, und der fast menschenleere Kornmarkt, der im Regen eine ganz eigene, fast mystische Stimmung ausstrahlte.
Da es nun zu regnen begann, machten wir uns auf den Rückweg. Mit den Bergbahnen fuhren wir wieder hinauf zum Königsstuhl, wo unser treues Wohnmobil auf uns wartete. Dort packten wir zusammen und setzten unsere Reise fort – mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck und dem festen Gefühl, eines Tages wiederzukommen.
Heidelberg hat uns mit seiner Mischung aus Geschichte, Romantik und Natur verzaubert – ein Ort, der in jeder Hinsicht berührt. Bis bald, Heidelberg!
Ein regnerischer Zwischenstopp in Ladenburg
Bei strömendem Regen erreichten wir unseren Stellplatz in der charmanten Kleinstadt Ladenburg. Doch der unaufhörliche Dauerregen hielt uns davon ab, die Stadt an diesem Tag noch zu erkunden. Stattdessen machten wir es uns im Wohnmobil gemütlich.
Manchmal sind es genau diese Momente, die eine Reise so besonders machen – das Prasseln des Regens auf dem Dach, eine warme Tasse Tee oder Kaffee in der Hand und das wohlige Gefühl, einfach innezuhalten. Wir genossen einen entspannten Nachmittag und Abend, ließen die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren und schmiedeten Pläne für die nächsten Etappen unserer Reise.
Manchmal sind die unscheinbaren Tage genauso wichtig wie die großen Abenteuer – sie geben einem das Gefühl, wirklich unterwegs zu sein, ohne Eile und ganz im Moment.
30.10.2020
Ein Spaziergang durch die Geschichte – Ladenburg am Morgen
Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter gnädig, der Regen hatte nachgelassen, und wir machten uns zu Fuß auf den Weg in das charmante Städtchen Ladenburg. Schon auf den ersten Blick beeindruckte uns der historische Stadtkern, der mit seinen verwinkelten Gassen und liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern eine Reise in vergangene Zeiten versprach.
Besonders die mittelalterliche Stadtbefestigung ließ erahnen, wie alt diese Stadt tatsächlich ist. Ladenburg blickt auf eine lange und reiche Geschichte zurück, die sich in jedem Stein, jeder Gasse und jedem Gebäude widerspiegelt. Die Atmosphäre war einfach zauberhaft – ein Ort, an dem die Vergangenheit spürbar lebendig ist.
Dieser Spaziergang durch das historische Herz von Ladenburg war eine perfekte Mischung aus Entschleunigung und Entdeckung, und wir genossen jede Minute. Ein kleines Juwel, das für jeden, der Geschichte und Architektur liebt, unbedingt einen Besuch wert ist!
Ein Nachmittag in Schwetzingen – Schloss und Gartenzauber
Am Nachmittag führte uns unsere Rundreise weiter zum beeindruckenden Schloss Schwetzingen, das für seine prachtvollen Gartenanlagen berühmt ist. Auf einer Fläche von 72 Hektar entfaltet sich ein wahres Paradies aus kunstvollen Wasserspielen, eleganten Brunnen, filigranen Skulpturen und architektonischen Highlights.
Ein besonderer Blickfang ist die Moschee, ein faszinierendes Bauwerk, das die Harmonie zwischen Gartenkunst und Architektur unterstreicht. Leider war aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen weder eine Besichtigung der Moschee noch ein Spaziergang durch die Gebetsgänge möglich. Dennoch beeindruckte uns der Anblick dieses orientalisch inspirierten Gebäudes, das sich so wunderbar in die Gartenlandschaft einfügt.
Der Schlossgarten von Schwetzingen ist nicht nur ein Ort der Ruhe und Schönheit, sondern auch ein Zeugnis von großer Gartenbaukunst und kultureller Vielfalt. Ein Besuch, der in Erinnerung bleibt – auch wenn einige Türen verschlossen blieben, ließ uns die einzigartige Atmosphäre tief eintauchen. Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise!
Übernachtung direkt am Neckar – Ein idyllischer Halt in Neckargerach
Für unsere nächste Übernachtung hatten wir uns einen besonders schönen Platz ausgesucht: einen Parkplatz direkt am Neckar in dem kleinen Ort Neckargerach. Die Lage direkt am Fluss bot eine herrlich ruhige Atmosphäre, perfekt zum Abschalten nach einem erlebnisreichen Tag.
Das leise Plätschern des Neckars und die natürliche Umgebung schufen eine Idylle, die uns sofort entspannte. Es ist ein wunderbares Gefühl, direkt in der Nähe eines Flusses zu übernachten – die Nähe zur Natur macht solche Reiseetappen besonders wertvoll.
Neckargerach war ein idealer Ausgangspunkt für den nächsten Tag, und allein die Aussicht auf den ruhig fließenden Neckar machte diesen Übernachtungsplatz zu einem kleinen Highlight unserer Reise
31.10.2020
Wandern bei Sonnenschein – Ein Abenteuer in der Margaretenschlucht
Nach den vielen regnerischen Tagen wurden wir am Morgen endlich mit strahlendem Sonnenschein geweckt. Dieses Wetter wollten wir nutzen, und so entschieden wir uns für eine Wanderung zur Margaretenschlucht, die für ihre beeindruckende Natur bekannt ist.
Der etwa 6 km lange Rundweg führte uns durch eine überwältigende Landschaft mit immer wieder neuen Ausblicken auf das Neckartal. Die eigentliche Schlucht beeindruckte uns mit ihrer wilden Schönheit – ein Ort, an dem die Natur mit all ihrer Kraft spürbar wird. Die Atmosphäre war atemberaubend, mit dem Rauschen der Wasserfälle, dem satten Grün und den moosbewachsenen Felsen, die durch die Regenfälle der letzten Tage noch intensiver wirkten.
Allerdings hatte der Regen auch seine Spuren hinterlassen: Der Weg war an einigen Stellen schwer begehbar und sehr rutschig, was die Wanderung zu einem kleinen Abenteuer machte. Doch die Mühe lohnte sich! Jeder Schritt durch diese unberührte Natur ließ uns die Schönheit der Region noch mehr schätzen.
Mit dem Fahrrad nach Mosbach – Ein sonniger Ausflug entlang des Neckars
Nach unserer Wanderung in der Margaretenschlucht und einer erholsamen Kaffeepause am Wohnmobil wollten wir das wunderschöne Wetter unbedingt noch weiter genießen. Also entschlossen wir uns, mit den Fahrrädern entlang des Neckars nach Mosbach zu radeln. Die Route führte uns auf einem malerischen Weg, direkt am Fluss entlang, mit immer wieder tollen Ausblicken auf das Wasser und die umliegende Natur.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Mosbach, die bezaubernde Kreisstadt im Odenwald. Besonders die historische Altstadt hat uns beeindruckt – mit ihren liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und den mittelalterlichen Straßenzügen, die einen echten Charme versprühen. Es fühlte sich an, als ob die Zeit hier stillgestanden wäre.
In einem kleinen Hinterhof entdeckten wir ein gemütliches Café, das uns zu einer wohlverdienten Pause einlud. Wir genossen dort noch einen Kaffee und konnten uns etwas erholen, bevor wir die Rückfahrt antraten.
Am Abend kehrten wir dann zurück zum Wohnmobil, das uns dank der Heizung wieder einen warmen und gemütlichen Rückzugsort bot. So endete ein weiterer perfekter Tag auf unserer Reise – mit viel Sonne, Entspannung und neuen Eindrücken.
01.11.2020
Ein Ausweichziel in Bad Rappenau – Entspannung im Kurpark
Leider mussten wir unseren geplanten Besuch der Burg Guttenberg aufgrund der Corona-Schließung absagen. Doch das hielt uns nicht davon ab, den Tag zu genießen. Stattdessen steuerten wir den Parkplatz beim Kurpark in Bad Rappenau an, um uns eine neue Auszeit zu gönnen.
Im Salinengarten entdeckten wir das beeindruckende Gradierwerk, das mit einer Länge von 30 Metern und einer Höhe von 8 Metern wirklich imposant ist. Wir drehten eine Runde um das Gradierwerk und atmeten tief die gesunde salzhaltige Luft ein, die dort aufsteigt und für ihre heilenden Eigenschaften bekannt ist. Es war unglaublich erfrischend, und der Duft der salzigen Luft hatte fast etwas Befreiendes.
Trotz des wieder einsetzenden Regens setzten wir unsere Tour durch den Kurpark fort. Der Park war wunderschön angelegt, mit gepflegten Wegen und weiten Grünflächen, die auch bei leichtem Regen eine entspannte Atmosphäre boten. Es war der perfekte Ort, um zur Ruhe zu kommen und den Tag ausklingen zu lassen.
Bad Rappenau hat uns mit seiner Ruhe und den heilsamen Quellen sehr gut gefallen – ein wunderbarer Ort für eine kleine Auszeit auf unserer Reise.
Letzter Halt vor dem Lockdown – Bad Wimpfen und ein Abschiedskaffee
Unser nächstes Ziel an diesem Tag führte uns in das malerische Bad Wimpfen, das idyllisch zwischen Heidelberg und Heilbronn liegt. Schon beim Schlendern durch die romantische Stadt waren wir von der charmanten Atmosphäre gefangen – die mittelalterlichen Fachwerkhäuser, gepflasterten Gassen und die beeindruckende Burg gaben dem Ort einen ganz besonderen Zauber.
Auf unserer Entdeckungstour durch die Stadt entdeckten wir ein kleines Café, das köstliche hausgemachte Kuchen anbot. Es war der perfekte Ort, um noch einmal innezuhalten und sich mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zu verwöhnen. Unter einem Dachvorsprung fanden wir Schutz vor einem leichten Regenschauer und genossen zum letzten Mal in dieser Zeit die Freiheit, in einem Café zu sitzen – ein kleiner, aber kostbarer Moment, den wir vor dem Lockdown sehr zu schätzen wussten.
Dieser Kaffee und Kuchen in Bad Wimpfen fühlte sich wie ein symbolischer Abschluss an – ein Abschied von einer Reise, die trotz der bevorstehenden Einschränkungen so viele schöne Erinnerungen geschaffen hatte. Ein perfekter letzter Halt auf unserer Tour.
Abschied vom Odenwald – Auf dem Heimweg durch die Weinberge
Nach den schönen, wenn auch teils durchwachsenen Tagen im Odenwald machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Der Abschied fiel uns schwer, doch der Weg zurück war eine wahre Augenweide:
Bunte Weinberge säumten unsere Fahrt, die Farbenpracht der Trauben und Blätter schuf eine malerische Kulisse, die uns ein letztes Mal in ihren Bann zog.
Mit einem letzten Blick auf die sanft geschwungenen Hügel und die farbenfrohen Weinfelder fühlten wir uns dankbar für all die Eindrücke und Erlebnisse, die diese Reise uns beschert hatte. Die Natur, die Geschichte und die kleinen, aber besonderen Momente – all das hatten wir in den letzten Tagen aufgesogen.
Doch auch wenn die Reise zu Ende ging, nahmen wir ein Stück des Odenwalds mit nach Hause – in unseren Erinnerungen und in den Bildern, die wir von dieser einzigartigen Zeit gemacht hatten.