19.06.-28.06.2020 Oberammergau und Umgebung
Bereits 2018, bei einem Besuch in Oberammergau, hatten wir uns Karten für die Passionsspiele 2020 reservieren lassen.
Auch den Campingplatz während dieser Zeit hatten wir bereits 2019 reserviert und vorab angezahlt. Wegen der Covid 19 Pandemie durften leider keine Großveranstaltungen stattfinden, wodurch auch die Passionsspiele abgesagt wurden. Da der Urlaub für diese Zeit bei unseren Arbeitgebern bereits genehmigt war, fuhren wir trotzdem in Richtung Oberbayern.
Bei der Fahrt auf der Mautstrasse Wallgau-Vorderriß waren wir von der atemberaubenden Landschaft des Isartals absolut fasziniert. Das obere Iasartal ist einer der letzten natürlichen Flusstäler in Deutschland. Türkisfarben fließt die Isar durch ihr mehrer hundert Meter breites Flussbett. Fast alleine Konten wir diesen idyllischen Landstrich genießen, da gegen Abend nur noch wenige Autos unterwegs waren.
Am Stellplatz beim Sylvensteinstausee angekommen machten wir noch eine Vesperpause, bevor wir uns zu einer kurzen Wanderung aufmachten. Wie eine Fjordlandschaft liegt der türkisfarbene Stausee inmitten der imposanten Berglandschaft zu Füßen des Karwendels. Den Abend verbrachten wir im Wohnmobil auf dem Stellplatz, der mitten in Wald war.
Übernachtung: Am Sylvestein, Dürrachstr. 83661 Fall
20.06.20
Ein regnerischer Tag in Bad Tölz: Auf den Spuren des „Bullen von Tölz“
Am nächsten Morgen setzten wir unsere Reise fort und fuhren am idyllischen Sylvensteinstausee entlang in Richtung Bad Tölz. Das Wetter zeigte sich noch nicht ganz beständig, und während eines kräftigen Regenschauers beschlossen wir, ein Sportgeschäft zu besuchen, um uns mit ein paar nützlichen Sachen einzudecken. Natürlich fanden wir auch schnell, was wir suchten – ein perfekter Zwischenstopp, um dem Regen zu entkommen.
Nach dem Einkauf ging es weiter auf Entdeckungstour durch die malerische Marktstraße von Bad Tölz, die vor allem durch ihre prunkvollen Bürgerhäuser und die farbenprächtigen Fassaden besticht. Besonders spannend war der Besuch auf den Spuren von Benno Berghammer, alias Ottfried Fischer, der als der beliebte "Bulle von Tölz" bekannt wurde. Ein Highlight des Ausflugs war der Drehort der bekannten Fernsehreihe, das Polizeirevier, welches tatsächlich ein Gasthaus ist. Wir standen vor dem Gebäude, das viele Fans der Serie sicherlich aus zahlreichen Folgen kennen – ein kleines Stück Fernsehgeschichte direkt vor uns.
Doch das Wetter spielte wieder nicht mit, und als der Regen erneut einsetzte, entschieden wir uns, zurück zum Wohnmobil zu gehen. Es war der perfekte Zeitpunkt, um uns ein wenig auszuruhen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
Trotz des wechselhaften Wetters war es ein wunderschöner Tag, an dem wir nicht nur Bad Tölz erkundeten, sondern auch auf den Spuren eines echten Kultkommissars wandelten
Ein Ausflug zum Walchensee: Bayerns Karibik entdecken
Unser nächstes Ziel war der Walchensee, ein malerischer Ort, der für sein türkisfarbenes Wasser bekannt ist – auch als Bayerns Karibik bezeichnet. Als wir dort ankamen, setzte jedoch die nächste Regenphase ein. Kein Grund zur Sorge! Wir nutzten die Gelegenheit, um bei einer gemütlichen Tasse Kaffee im Wohnmobil die Zeit zu überbrücken und das wechselhafte Wetter einfach zu genießen.
Zum Glück klarte der Himmel bald wieder auf, und wir machten uns auf, den Walchensee zu entdecken. Wir unternahmen eine kleine Wanderung entlang des Ufers und waren sofort von der farbenprächtigen Szenerie gefesselt. Das Wasser schimmerte in den schönsten Türkistönen, und der Ausblick auf die umliegenden Berge rundete das Naturerlebnis perfekt ab.
Das Südufer des Walchensees ist nur über eine Mautstraße zu erreichen, aber dafür bietet es entlang des Ufers zahlreiche Parkplätze und Badestellen, die ideal für einen entspannten Aufenthalt sind. Die ruhige Atmosphäre und die atemberaubende Kulisse machten diesen Moment zu einem echten Highlight der Reise.
Es war einfach der perfekte Ort, um die Schönheit der bayerischen Natur zu erleben – und die Karibik-Verbindung ist hier wirklich kein Übertreiben.
Von Kochelsee nach Benediktbeuern: Wanderung mit Belohnung
Auf unserer Weiterfahrt streiften wir noch den Kochelsee, doch leider setzte wieder Regen ein, sodass wir nicht lange verweilten. Stattdessen setzten wir unseren Weg fort und fuhren zu einem Stellplatz nach Benediktbeuern. Dort angekommen, gönnten wir uns eine kurze Pause, und als der Regen endlich nachließ, zogen wir noch einmal los – diesmal zu einer Wanderung, die uns durch immer rauere und abenteuerlichere Wege führte.
Je höher wir kamen, desto schlechter wurden die Wege, und schließlich fanden wir uns in einem Flussbett wieder, das wir bergauf erklommen. Es war ein spannendes Stück Wanderung, das uns an unsere Grenzen brachte, aber auch unglaublich faszinierend war. Der Wald und die Berge rund um uns schufen eine wilde und wunderschöne Atmosphäre.
Und wie es sich für ein gutes Abenteuer gehört, wurden wir am Ende mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. Das goldene Licht, das über die Landschaft strömte, ließ alle Strapazen der Wanderung schnell vergessen. Es war der perfekte Abschluss für einen abwechslungsreichen Tag – die Sonne tauchte das Tal in ein warmes, leuchtendes Licht und wir konnten den Moment in vollen Zügen genießen.
Benediktbeuern hatte uns mit seiner naturbelassenen Schönheit und der ruhigen Atmosphäre einmal mehr gezeigt, wie erholsam es sein kann, dem Alltag zu entfliehen und die Natur in ihrer reinsten Form zu erleben.
Stellplatz: Schwimmbadstraße 37, 83671 Benediktbeuren
21.06.20
Fahrradtour zum Kloster Benediktbeuren: Geschichte und Spiritualität
Am nächsten Morgen machten wir uns mit unseren Fahrrädern auf den Weg zum Kloster Benediktbeuren, das nicht nur wegen seiner religiösen Bedeutung, sondern auch aufgrund seiner historischen und kulturellen Bedeutung bekannt ist. Als wir dort ankamen, erfuhren wir, dass gerade ein Gottesdienst stattfand, weshalb wir die Kirche nicht besichtigen konnten. Doch der Besuch des Klosters war trotzdem lohnenswert.
Das Kloster Benediktbeuren zieht jedes Jahr tausende von Besuchern an und ist für viele ein Ort der Spiritualität und Ruhe. Aber es ist nicht nur ein Ort für religiöse Pilger. Das Kloster ist auch ein wichtiges Zentrum für religiöse Bildung, Wissenschaft und Jugenderziehung. Es hat sich über die Jahrhunderte hinweg zu einer bedeutenden Institution entwickelt, die nicht nur religiöses Leben fördert, sondern auch das kulturelle Erbe bewahrt und Wissen weitergibt.
Obwohl wir die Kirche diesmal nicht betreten konnten, war der Spaziergang durch das Klostergelände und das Erkunden der Umgebung dennoch ein eindrucksvolles Erlebnis. Die Geschichte des Klosters, die in jeder Ecke des gelben Gebäudes spürbar war, machte den Besuch zu einem ruhigen und nachdenklichen Moment inmitten unserer Reise.
Fahrradtour am Erlebnismoorpfad und am Kochelsee
Unsere Fahrradtour führte uns weiter entlang des Erlebnismoorpfades, der uns durch eine faszinierende Landschaft mit üppigem Grün und weitreichendem Gebirgsblick begleitete. Der Weg war angenehm und bot immer wieder wunderschöne Ausblicke, die uns die Natur in all ihrer Vielfalt näherbrachten. Es war der perfekte Moment, um den Alltag hinter uns zu lassen und in die Ruhe der Landschaft einzutauchen.
Nach einigen Kilometern erreichten wir schließlich den Kochelsee, ein idyllischer Ort, der uns sofort zum Verweilen einlud. Mittagsrast direkt am Ufer – ein wunderbarer Ort, um die Füße auszuruhen und den Ausblick zu genießen. Das sanfte Plätschern des Wassers und die umgebende Natur machten die Pause zu einem kleinen Höhepunkt der Tour.
Doch leider war der Himmel wieder einmal nicht auf unserer Seite: Dicke Regenwolken zogen auf, und wir ahnten, dass wir uns beeilen sollten, um nicht völlig durchnässt zu werden. So machten wir uns zügig auf den Rückweg, um dem aufkommenden Regen zuvorzukommen. Trotzdem war es eine wunderschöne Tour, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird – nicht nur wegen der landschaftlichen Schönheit, sondern auch wegen der kleinen Abenteuer, die das Wetter mit sich brachte.
Ein gemütlicher Zwischenstopp im Klostercafé von Benediktbeuren
Gerade noch rechtzeitig, bevor der nächste Platschregen einsetzte, erreichten wir das charmante Klostercafé von Benediktbeuren. Es war der perfekte Ort, um sich von der Fahrradtour zu erholen und gleichzeitig der aufkommenden Regenfront zu entkommen.
Wir setzten uns im Kreuzgang, genauer im „Gotischen Saal“, dem ehemaligen Repertorium, und genossen bei einer Tasse Kaffee und einem köstlichen Stück Kuchen die besondere Atmosphäre des Ortes. Die historische Holzdecke aus dem Jahr 1493 zog unsere Blicke magisch an. Ihre kunstvolle Gestaltung und die Zeit, die sie überdauert hatte, schafften eine fast ehrfurchtgebietende Stimmung – ein wirklich eindrucksvoller Moment.
Nach der Pause machten wir einen Rundgang durch den Kreuzgang und besuchten natürlich auch die Basilika, die bei einem Besuch im Kloster Benediktbeuren keinesfalls fehlen durfte. Die ruhige und spirituelle Atmosphäre des Ortes, verbunden mit der reichhaltigen Geschichte, machten diesen Zwischenstopp zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Es war ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen und die faszinierende Geschichte des Klosters in Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Abendstimmung in Murnau am Staffelsee: Wanderung und Feierabendradler
Gegen Abend setzten wir unsere Reise fort und fuhren mit dem Wohnmobil nach Murnau am Staffelsee. Der Stellplatz, den wir ansteuerten, lag idyllisch, und nach dem Einparken machten wir uns gleich auf zu einer Wanderung, in der Hoffnung, einen schönen Blick über den See zu genießen. Doch leider war die Aussicht größtenteils durch Bäume versperrt, was uns zunächst ein wenig enttäuschte. Aber wie es oft der Fall ist, überraschte uns die Natur auf ihre eigene Weise.
Fast am Ende unserer Wanderung fanden wir plötzlich ein offenes Kiosk am Standbad, und das war der perfekte Ort, um uns bei einem kühlen Feierabendradler zu entspannen. Der Sonnenuntergang malte den Himmel in wunderschöne Farben, und wir genossen die friedliche Atmosphäre am Seeufer, während die letzten Strahlen des Tages den See in goldenes Licht tauchten. Es war ein Moment der Ruhe und des Glücks, der unsere Wanderung unvergesslich machte.
Für die Nacht entschieden wir uns, auf dem kostenlosen Parkplatz P5 zu übernachten. Zwar war dieser nicht besonders einladend, aber für eine ruhige Nacht ohne großen Aufwand war er völlig ausreichend. So ließen wir den Tag ausklingen und freuten uns auf die nächsten Abenteuer.
Übernachtung: Kellerstraße, 82418 Murnau
22.06.20
Murnau bei Nieselregen: Ein gemütlicher Vormittag in der Stadt
Am nächsten Morgen begrüßte uns leichter Nieselregen, der uns jedoch nicht davon abhielt, die Innenstadt von Murnau zu erkunden. Die Straßen waren ruhig, und die Atmosphäre in der Stadt war angenehm ruhig und entspannt. Wir schlenderten durch die kleinen Gassen und genossen den Charme des Ortes, der besonders bei diesem düsteren Wetter eine ganz besondere Ruhe ausstrahlte.
Nach einem gemütlichen Spaziergang und ein paar Blicken in die hübschen Geschäfte kehrten wir noch am Vormittag zum Wohnmobil zurück. Die Zeit in Murnau war zwar kurz, aber dennoch sehr angenehm – ein perfekter Auftakt für den Tag, auch wenn das Wetter uns nicht immer mit Sonne verwöhnte.
Oberammergau: Ein Nachmittag auf zwei Rädern
Nach einer angenehmen Fahrt erreichten wir endlich Oberammergau, wo wir uns schnell auf dem Campingplatz einrichteten. Glücklicherweise hatte der Nieselregen der Sonne Platz gemacht, sodass wir direkt loslegten, um die Umgebung mit unseren Fahrrädern zu erkunden. Doch kaum waren wir ein paar Meter gefahren, stellten wir fest, dass eines unserer Räder einen Platten hatte. Wir mussten also umkehren und zum Campingplatz zurückfahren.
Da das Fahrradgeschäft erst am Nachmittag öffnete, hatten wir etwas Zeit, die wir auf dem Campingplatz verbrachten. Sobald der Schlauch gewechselt war, konnten wir unsere Fahrradtour endlich fortsetzen. Diesmal ging es in das nahegelegene Unterammergau, wo wir einen wunderschönen Dorfbrunnen entdeckten. Der Brunnen zeigte einen arbeitenden Steinmetz, was uns auf die Geschichte des Ortes hinwies: Im 19. Jahrhundert war das Steinmetzhandwerk in Unterammergau besonders aktiv. Es war faszinierend, in diese Tradition einzutauchen und zu sehen, wie das Handwerk auch heute noch in der Region lebendig ist.
Zurück in Oberammergau schlenderten wir durch die Straßen und bestaunten einmal mehr die Füßlmalerei, die viele der Gebäude ziert. Diese kunstvolle Bauernmalerei, die Szenen aus dem Leben der Region darstellt, verleiht dem Ort einen ganz besonderen Charme. Die bunten Bilder erzählten Geschichten, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Übernachtung: Campingplatz Oberammergau
23.06.20
Tagesausflüge mit dem Wohnmobil: Skiflugschanze in Garmisch-Partenkirchen
Mit unserem festen Stellplatz auf dem Campingplatz in Oberammergau im Rücken, hatten wir nun die Freiheit, unsere Tagesausflüge mit dem Wohnmobil zu unternehmen und unseren Radius zu vergrößern, ohne uns um eine neue Unterkunft kümmern zu müssen. Unseren Platz war uns sicher, also machten wir uns am Morgen auf den Weg nach Garmisch-Partenkirchen.
Unser Ziel war die beeindruckende Skiflugschanze, die auch für die Olympischen Spiele bekannt ist. Als wir dort ankamen, hatten wir das Glück, das Training einiger Skispringer live zu erleben. Es war faszinierend, die Athleten zu beobachten, wie sie sich mit viel Präzision und Mut in die Tiefe stürzten. Die gigantische Sprungschanze, die mit ihren Ausmaßen und der atemberaubenden Aussicht über das Tal beeindruckte, machte uns bewusst, wie anspruchsvoll dieser Sport wirklich ist.
Es war ein aufregender und lehrreicher Ausflug, der uns einmal mehr die Schönheit und die Sportgeschichte dieser Region näherbrachte. Der Tag war noch jung, und wir freuten uns auf weitere Entdeckungen in dieser wunderschönen Umgebung.
Wanderung zur Partnachklamm und Kaiserschmarnalm
Da die Sonne inzwischen kräftig vom Himmel brannte, beschlossen wir, eine Wanderung zu unternehmen und uns in die kühleren Täler und Berge zurückzuziehen. Unser Ziel war die Partnachklamm, ein Naturdenkmal, das bereits 1912 touristisch erschlossen wurde und seither als Höhepunkt vieler Garmisch-Partenkirchen-Besucher gilt.
Mit einer Länge von 699 Metern und einer Tiefe von etwa 80 Metern ist die Partnachklamm ein faszinierendes Naturwunder. Der wild und unbändig tostende Wasserstrom lässt einen erahnen, welche gewaltigen Kräfte das Wasser über Jahrhunderte hinweg hatte, um die steilen Felsen auszuheben. Es war beeindruckend, durch die schmalen, feuchten Gänge der Klamm zu gehen und sich die gewaltige Energie des Wassers vorzustellen.
Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Klamm nur in eine Richtung begangen werden, was uns dazu veranlasste, den steilen Aufstieg zur Kaiserschmarnalm zu wagen. Der Weg war anstrengend, aber die Aussicht, die uns oben erwartete, entschädigte für alle Mühen. Der Blick auf das Wettersteingebirge war schlichtweg atemberaubend. Wir gönnten uns eine wohlverdiente Pause und genossen einen köstlichen Kaiserschmarrn, der uns für den Aufstieg belohnte.
Nach einer kurzen Rast machten wir uns über den Fahrweg auf den Rückweg und wanderte entspannt wieder zurück zu unserem Wohnmobil. Es war ein Tag voller Naturerlebnisse, beeindruckender Ausblicke und köstlicher Genüsse – genau das, was wir uns für diesen Ausflug gewünscht hatten.
Spaziergang durch Garmisch-Partenkirchen: Lüftlmalereien und historische Altstadt
Nachdem wir in Garmisch-Partenkirchen einen geeigneten Parkplatz für unser Wohnmobil gefunden hatten, machten wir uns auf, die schöne oberbayerische Stadt zu erkunden. Garmisch-Partenkirchen hat ihren ganz eigenen Charme, der besonders in den Lüftlmalereien an vielen Häuserfassaden zum Ausdruck kommt. Die farbenfrohen Fresken, die Szenen aus der Natur, der Geschichte oder dem Alltag zeigen, verleihen der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre und machen den Spaziergang durch die Straßen zu einem visuellen Genuss.
Ein Spaziergang durch das historische Garmisch durfte natürlich nicht fehlen. Die engen, malerischen Gassen, die traditionellen bayerischen Häuser und die eindrucksvolle Architektur luden zum Bummeln und Entdecken ein. Man konnte die Geschichte der Stadt förmlich spüren, während man an den alten Gasthöfen und Handwerksläden vorbeikam.
Es war ein angenehmer, entspannter Tag, an dem wir die Seele baumeln ließen und die Schönheit der Region mit all ihren traditionellen Elementen in vollen Zügen genossen.
Übernachtung: Campingplatz Oberammergau
24.06.20
Fahrradtour zum Schloss Lindenhof: Ein Hauch von Barock und Landschaftsgarten
Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns mit unseren Fahrrädern auf den Weg in Richtung Schloss Lindenhof. Entlang des malerischen Flusses Linder und vorbei an Graswang radelten wir ca. 15 km durch die idyllische Landschaft, bis wir schließlich das Schloss mit seiner wunderschönen Parkanlage erreichten.
Da wir das Schloss bereits bei einem Besuch vor zwei Jahren besichtigt hatten, entschieden wir uns dieses Mal, uns ganz dem beeindruckenden Parkgelände zu widmen. Der Park ist ein wahres Meisterwerk, das französische und italienische Barockgarten-Elemente mit den sanften Linien eines englischen Landschaftsgartens vereint. Beim Wandern durch die Terrassen mit den Wasserbecken fühlten wir uns fast wie in einer anderen Welt – es war, als ob der Park mit seiner Harmonie von Natur und Architektur den perfekten Ruhepol für den königlichen Besitz bildete.
Unser Highlight war der Venustempel, von dem aus wir einen atemberaubenden Blick auf das Schloss genießen konnten. Es war der ideale Moment, um innezuhalten und sich vorzustellen, wie König Ludwig II. sich mit diesem Schloss Lindenhof einen Traum erschuf. Der ganze Ort strahlte eine Ruhe und Schönheit aus, die uns tief beeindruckte.
Fahrradtour zum Kloster Ettal: Rokokoschönheit und ein Hauch von Geschichte
Auf dem Rückweg mit unseren Fahrrädern machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Kloster Ettal. Die mächtige Basilika des Klosters, mit ihrer prunkvollen Rokoko-Sakristei, ist ein wahres architektonisches Meisterwerk und zieht jedes Jahr tausende Besucher an. Die Kirche, mit ihren kunstvoll verzierten Decken und Altären, strahlt eine beeindruckende Spiritualität und Pracht aus. Es ist kaum vorstellbar, wie viel Geschichte und Erhabenheit in diesem Ort steckt.
Das Kloster Ettal beherbergt heute noch 30 Benediktinermönche, ein Gymnasium und das Internat Ettal, was es zu einem lebendigen Zentrum der spirituellen und kulturellen Tradition macht. Leider war das Klostercafé an diesem Tag geschlossen, sodass wir uns nach einem kurzen Spaziergang in den Ort begaben und in einer nahegelegenen Bäckerei unseren Kaffee genossen.
Frisch gestärkt, radelten wir zurück nach Oberammergau und ließen den Tag mit vielen tollen Eindrücken und einer schönen Fahrradtour ausklingen.
Übernachtung: Campingplatz Oberammergau
25.06.20
Nostalgische Laberbergbahn und atemberaubende Ausblicke
Am nächsten Morgen machten wir uns mit unseren Fahrrädern auf den Weg zur nostalgischen Laberbergbahn. Die gemütliche Gondelfahrt führte uns hinauf zum Hausberg der Oberammergauer, von dem aus wir eine grandiose Aussicht auf die Bayerischen Alpen und die zahlreichen Seen genossen. Besonders der Blick auf das Wettersteingebirge und die Ammergauer Alpen von der gegenüberliegenden Terrasse war einfach überwältigend – eine perfekte Gelegenheit, die Weite und Schönheit der Natur in vollen Zügen zu bewundern.
Unser Weg führte uns dann vorbei am ausgetrockneten Soilasee, und wir setzten unsere Wanderung mit einem leichten Abstieg von 820 Höhenmetern fort. Auch wenn die Wanderung ordentlich in die Knie ging, wurden wir mit tollen Ausblicken und frischer Bergluft belohnt. Schließlich erreichten wir wieder die Talstation der Laberbahn.
Die letzten Meter fuhren wir mit den Fahrrädern zurück zum Campingplatz, machten aber noch einen kurzen Stopp vor den bunt bemalten Häusern des Hänsel- und Gretelhauses und des Rotkäppchenhauses. Die lebendig und farbenfrohen Fassaden zogen uns jedes Mal in ihren Bann – ein charmantes Highlight, das uns immer wieder aufs Neue fasziniert.
Es war ein weiterer wunderbarer Tag in der Region, der uns mit viel Natur, Ausblicken und kulturellen Schönheiten verzauberte
Übernachtung: Campingplatz Oberammergau
26.06.20
Mittenwald: Geigenbaukunst und Bergpanorama
Gleich nach dem Frühstück machten wir uns mit unserem Wohnmobil auf den Weg nach Mittenwald, einem malerischen Ort am Rande des Karwendelgebirges und des Wettersteingebirges. Mittenwald ist bekannt als der höchste Luftkurort Deutschlands, und die Berge, die ihn umgeben, bieten eine imposante Kulisse.
Da nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern gleichzeitig das Geigenbaumuseum betreten durfte, mussten wir vor der Tür etwas warten. Die Geduld wurde jedoch schnell belohnt, als wir das Museum betraten. Die Ausstellung widmete sich dem Geigenbauhandwerk, das in Mittenwald eine über 300-jährige Tradition hat. Es war faszinierend, mehr über die Geschichte und Entwicklung des Geigenbaus zu erfahren. Historische Filme und eine Schauwerkstatt, in der man den Geigenbauern bei der Arbeit zuschauen konnte, machten den Besuch besonders abwechslungsreich und eindrucksvoll.
Der Einblick in die Kunst des Geigenbaus und die Verbindung zwischen Tradition und Handwerk in einer so historischen Stadt wie Mittenwald war ein echtes Highlight.
Leutachklamm: Naturerlebnis und magische Ausblicke
In Mittenwald stand als weiteres Highlight eine Wanderung durch die Leutachklamm auf dem Plan. Die Klamm liegt eher unscheinbar im Grenzwald zwischen Tirol und Bayern und entführt ihre Besucher in eine ganz eigene, mystische Welt.
Wir begannen unseren Wanderweg auf hölzernen Planken, die uns rund 200 Meter bis zum Wasserfallsteig führten. Der 23 Meter hohe Wasserfall, der uns mit seiner natürlichen Kraft und Schönheit begrüßte, war ein beeindruckendes Naturwunder. Nach einer kurzen Pause setzten wir unseren Weg fort und folgten dem zweiten Teil der Wanderung – dem Koboldpfad. Hier wurde die Entstehung der Klamm auf unterhaltsame und kindgerechte Weise erklärt, und Infotafeln brachten uns auf spielerische Weise näher, wie sich diese geheimnisvolle Schlucht im Laufe der Jahrhunderte gebildet hat.
Weiter führte uns der Pfad vorbei an der beeindruckenden Panoramabrücke und der Höllbrücke. Schließlich erreichten wir das gemütliche Gasthaus Gletscherschliff, wo wir den atemberaubenden Blick auf das Mittenwalder Karwendel genossen. Bei einem kühlen Getränk auf der Terrasse ließen wir die frische Bergluft und die wunderbare Wanderung auf uns wirken.
Frisch gestärkt machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Mittenwald, wo wir den Tag mit vielen schönen Eindrücken und einer tollen Naturerfahrung ausklingen ließen.
Abschluss im historischen Mittenwald
Zurück im historischen Ortskern von Mittenwald schlenderten wir gemütlich durch die Fußgängerzone. Die reich verzierten, historischen Häuser mit ihren typischen Lüftlmalereien zogen erneut unsere Blicke auf sich – jedes Gebäude ein kleines Kunstwerk, das die Geschichte und den Charme dieses bezaubernden Ortes widerspiegelt.
Nach einem entspannten Spaziergang gönnten wir uns noch ein köstliches Eis, das wir auf einer der sonnigen Bänke genossen, bevor wir uns schließlich auf den Rückweg nach Oberammergau machten. Der Tag in Mittenwald war ein weiteres Highlight auf unserer Reise, voller Natur, Kultur und unvergesslicher Eindrücke.
Übernachtung: Campingplatz Oberammergau
27.06.20
Füssen: Entspannung am Forggensee
Die nächsten zwei Tage wollten wir in Füssen ausklingen lassen. Auf dem Stellplatz fanden wir schnell einen schönen, schattigen Platz, der perfekt für die warmen Sommertage war. Die Anmeldeformalitäten waren zügig erledigt, und nach einer kurzen Mittagsrast machten wir unsere Fahrräder startklar für die nächste Entdeckungstour.
Unser Ziel: Eine Fahrradtour rund um den Forggensee. Der Forggensee ist nicht nur der größte Stausee Deutschlands, sondern auch ein wahres Naturparadies. Eingebettet in das malerische Panorama der Voralpen, bietet der See mit seinem klaren Wasser und den zahlreichen Badestellen eine ideale Kulisse für eine entspannte Radtour. Während wir entlang des Sees radelten, genossen wir immer wieder den Blick auf das glitzernde Wasser und die umliegenden Berge. Ein perfekter Ort, um dem Alltag zu entfliehen und die Natur zu genießen.
Abstecher zum Märchenschloss Neuschwanstein
Kurzentschlossen machten wir uns auf den Weg zu einem der berühmtesten Wahrzeichen Bayerns – dem Märchenschloss Neuschwanstein, das König Ludwig II. erbauen ließ. Nachdem wir die Fahrräder sicher abgesperrt hatten, begaben wir uns zu Fuß auf den malerischen Weg in Richtung Schloss. Der Aufstieg führte uns vorbei an beeindruckenden Ausblicken auf die umgebende Landschaft und schließlich zur Marienbrücke, die hoch über der Pöllatschlucht schwebt.
Hier reihte sich eine lange Schlange von Besuchern, doch der Blick von der Brücke entschädigte für das Warten. Wir hatten nicht nur einen einzigartigen Ausblick auf das Märchenschloss Neuschwanstein, das majestätisch in den Hügeln thront, sondern auch auf die beeindruckende Pöllatschlucht, die tief unter uns lag. Die tosenden Wasserfälle und die dramatische Landschaft verliehen diesem Moment eine fast schon magische Atmosphäre. Ein unvergesslicher Anblick, der den Abstecher mehr als lohnenswert machte!
Ein Ritter auf dem Weg zum Schloss Neuschwanstein
Auf dem Rückweg zu unseren Fahrrädern wunderten wir uns nicht schlecht, als uns plötzlich ein Ritter in voller Rüstung entgegenkam! Ein wirklich kurioser und gleichzeitig faszinierender Moment, der uns zum Schmunzeln brachte. Wir fragten uns, ob er vielleicht auf dem Weg zu einem Turnier war – das mittelalterliche Flair war jedenfalls nicht zu übersehen.
Auf der Weiterfahrt machten wir noch einen kurzen Abstecher vor das prachtvolle Schloss Hohenschwangau, das malerisch in der Umgebung liegt, bevor wir nach Füssen zurückkehrten. Und da war es: ein kleiner Mittelaltermarkt, der plötzlich wie ein Schlüssel zu unserer Frage wirkte – der Ritter musste wohl von dort gekommen sein! Wir schlenderten noch über den Markt, genossen die Atmosphäre und ließen uns von der alten Welt verzaubern.
Nach einer Fahrradtour von ca. 45 km und der Wanderung zur Marienbrücke hatten wir den perfekten Ausklang des Tages. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir den Stellplatz, bevor uns ein Gewitterregen überraschte. Glücklicherweise waren wir schnell in unserem warmen, trockenen Wohnmobil und konnten den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Übernachtung: Camper´s Stopp Füssen
28.06.20
Fahrradtour zu den Seen rund um Füssen
An unserem letzten Urlaubstag wollten wir die wunderschöne Gegend rund um Füssen nochmal richtig genießen. Nach einem entspannten Frühstück machten wir uns auf zu einer weiteren Fahrradtour, die uns zu einigen der malerischsten Seen der Region führte.
Zunächst fuhren wir entlang des Forggensees, dessen klare Wasserflächen perfekt in die umgebende Berglandschaft eingebettet sind. Der Weg führte uns weiter zum Hopfensee, wo die Blick auf die Berge einmal mehr atemberaubend war. Vorbei am idyllischen Weißensee radelten wir schließlich zum Alatsee, der uns eine willkommene Rast ermöglichte.
Der Alatsee ist nicht nur wegen seiner Schönheit faszinierend, sondern auch aufgrund einer interessanten Geschichte. Es heißt, dass gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Goldschätze, die zuvor im Schloss Neuschwanstein gelagert waren, auf dem Grund des Alatsees versenkt wurden, um sie vor den heranrückenden Truppen zu verstecken. Diese Gerüchte fanden ihren Weg in die Kluftinger-Krimis, wo das Autorenduo der Serie den Alatsee und diese geheimnisvolle Geschichte in ihren Roman "Seegrund" einfließen ließ.
Nach unserer Rast setzten wir unsere Tour fort und genossen dabei nicht nur die Landschaft, sondern auch die ruhige Atmosphäre dieses faszinierenden Fleckens Erde. Ein wahrer Genuss und der perfekte Abschluss unserer unvergesslichen Reise!
Abschied von Füssen – aber nicht für immer
Wieder zurück am Wohnmobil, gönnten wir uns noch schnell einen Kaffee – ein kleiner Moment der Ruhe, bevor es hieß, Abschied zu nehmen. Die letzten 10 Tage waren wie im Flug vergangen, und auch wenn die Heimreise nun vor uns lag, hatten wir viele schöne Erinnerungen im Gepäck.
Diese Region mit ihren vielen Seen, den majestätischen Bergen und den charmanten Dörfern hat uns wirklich begeistert. Und da sie so nahe an unserem Wohnort liegt, wissen wir schon jetzt, dass wir hier sicher noch oft zurückkehren werden. Es gibt noch so viel zu entdecken, und wir sind uns sicher, dass diese Ecke von Bayern uns immer wieder aufs Neue verzaubern wird.
Bis zum nächsten Mal, Füssen – und danke für diese unvergesslichen Erlebnisse!